Film | 10:27 min | 2015


Die Arbeit Missing Movement zeigt 35 Einzelsequenzen mit unterschiedlichen Längen, auf einer in 4 Teile untergliederten Projektion. Zusätzlich werden die Tonspuren der Fragmente gleichzeitig und somit überlagert wiedergegeben.

Die einzelnen Sequenzen sind Mitschnitte des Online-Computerspiels America´s Army. Einem Ego-Shooter, welcher von der United States Army entwickelt wurde und seit 2002 kostenlos publiziert und weiterentwickelt wird. Es ist das erste Computerspiel der US-Armee, welches nicht zu Trainingszwecken, sondern zur Werbung und Rekrutierung eingesetzt wird, um ein positives Image der US-Armee zu vermitteln.

Ziel meiner Beschäftigung mit diesem Spiel war es, eine Handlung zu generieren, welche die eigentliche Spielidee unterläuft. Die Sequenzen zeigen ruhige, scheinbar eingefrorene Kamerabilder aus der Ich-Perspektive. Diese entstanden innerhalb des Spieles, in welchem ich mich, die Perspektive des Spielers als Fotoapparat begreifend, auf die Suche nach möglichen Motiven begeben habe. Die finalen Bilder zeige ich herausgelöst aus dem Beginn des Spielverlaufes. Präsentiert auf dem Tableau ergibt sich eine Anordnung von Schauplätzen, welche versuchen kriegerischen Handlungen die um sie herum statt finden, auszublenden. Kurze Bewegungen anderer Spieler und kleine Details in den Bildern verweisen nur sehr reduziert auf den Ursprung des Geschehens. Das mögliche Scheitern ist ein wesentlicher Bestandteil der performativen Auseinandersetzung, da die Passivität meiner Spielfigur in den meisten Fällen den Tod dieser zur Folge hat.

Die Tonspur steht durch ihre Unruhe im Kontrast zu den Bildern. Man hört Schüsse und eine Mischung aus vorprogrammierten Stimmen sowie die Kommunikation der aktiven Spielern, welche über Headsets statt findet.

Der Titel der Arbeit Missing Movement ist einem Artikel des Uniform Code of Military Justice, also dem Wehrstrafrecht der Vereinigten Staaten, entlehnt. Dieser stellt das nicht beteiligen an einer Bewegung des zugehörigen Truppenzuges unter Strafe.


Filmstills


Ausstellungsansichten © Paul Altmann




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